Gemeint ist die Kraft aus der Erde, was schon die alten Ägypter wussten (die uns in vielem weit voraus waren), die es als Heil- und Schönheitsmittel gebrauchten. Und auch bei vielen Naturvölkern war Erde wichtig in der Medizin. Leider ist dann im Laufe einer langen, langen Zeit den Menschen dieses Wissen verloren gegangen.
Dabei ist Erde Kraft- und Lebensspender unserer Natur. Vor hundert Jahren erkannten die Naturheilkundler, allen voran Sebastian Kneipp, was es Gutes mit unserer Erde auf sich hat. Aber um genau zu sein, natürlich kann man nicht einfach Erde in den Eimer schaufeln und schon hat man den Gesundmacher! Gemeint ist Heilerde, die aus naturreinem Löß gewonnen wird. Das ist ein Pulver, das vor 10 000 Jahren in der letzten Eiszeit durch Gesteinserosion entstand. Was ist das? Damit bezeichnet man Verwitterung oder Reibung. Für therapeutische Zwecke muss es wirklich naturrein sein, d. h. Man erhitzt es, um mögliche Keime abzutöten.
Dann wird es gemahlen und gesiebt. Nach diesem Prozess besteht die Heilerde aus Körnchen mit einem Durchmesser von 0,01 Millimeter! Heilerde hat viele gute Eigenschaften, beispielsweise neutralisiert sie Säuren und bindet Stoffe. Dabei gilt, je feiner gemahlen, desto größer die Bindungsfähigkeit. Sie enthält lebenswichtige Mineralien sowie Spurenelemente wie Eisen, Kalzium, Natrium, Zink, Selen, Phosphor, Kupfer und Zink.
Heilerde gibt es in der Drogerie und Apotheke, so ein Heilerde-Trunk, regelmäßig eingenommen, wirkt rundum entschlackend und gesund für den Körper. Dazu verrührt man einfach ein bis zwei Teelöffel Heilerde in einem halben Glas Wasser oder Tee und trinkt es schluckweise. Für eine Kur (oder auch so) am besten zwei- bis dreimal täglich. Besonders gut ist sie gegen Magenbeschwerden, akuten Durchfall und andere Darmbeschwerden.
Auch von außen angewandt, beispielsweise als Wickel oder Maske, wirkt Heilerde entzündungshemmend und entfettend. So wird sie bei Akne, auch Gelenkbeschwerden, Rheuma und Arthrose therapie-unterstützend empfohlen. Für eine Maske oder einen Wickel wird ein dicker Brei auf die betreffende Stelle aufgetragen. Für einen Wickel deckt man mit einem Tuch oder einer Kompresse ab. Beim Trocknen, das etwa 20 bis 30 Minuten dauert, entfaltet sich die heilende Wirkung. Das soll so als eine Art Sog verstanden werden, bei dem überschüssige Gewebeflüssigkeiten gebunden und abgeleitet werden. Entzündungen klingen ab und der Stoffwechsel wird nebenbei auch noch angeregt.
Bei Insektenstichen oder Sportverletzungen kann Heilerde ebenfalls wirken, schon allein, weil sie die Haut angenehm kühlt. Die Dosierung und Dauer der Anwendung gibt der Arzt oder Heilpraktiker an, es kommt auf das Therapieziel an.
Mittlerweise gibt es auch viele Kosmetikprodukte, so Haarpackungen, Cremes, Bäder oder Gesichtsmasken auf der Basis von Heilerde. Man kann sie auch in Form von Tabletten, Kapseln und Pasten bekommen. Da hat man dasselbe Resultat.
So ist es doch gut, dieses alte Mittel auf so natürlicher Basis wieder entdeckt zu haben.
